
Ausflugsziel
Das Naturerlebniswerk Vierhöfen ist ein lokales Ausflugsziel in der Lüneburger Heide, ideal für Familien, Kindergruppen und Naturinteressierte. Auf unserem Gelände mit abwechslungsreichen Wald-, Wiesen- und Teichbiotopen können Besucher*innen die Natur mit allen Sinnen erleben.
Als weitestgehend barrierefreie Begegnungsstätte mit Sitzgelegenheiten und Toiletten lädt das Gelände zum Entdecken, Spielen und Verweilen ein. Ein Lehrpfad, der seit 2026 über das Gelände führt, bietet 10 Stationen zu künstlichen Lebensräumen, deren Bewohner*innen und wie man sie schützen kann – ein spannendes Lernangebot für Kinder und Erwachsene.
Die Anreise ist zu Fuß oder mit dem Fahrrad sowohl von Radbruch als auch von Vierhöfen möglich. Für Autos stehen begrenzte Parkplätze direkt auf dem Gelände zur Verfügung.
Öffnungszeiten: Immer, wenn das Tor offensteht, oder nach Absprache – garantiert jeden ersten Samstag im Monat ab 10 Uhr.
Entdeckt das Naturerlebniswerk Vierhöfen – ein Ausflugsziel, das Natur, Bildung und Erholung perfekt vereint.
Die kleine Schießbahn
Die kurze, 25 Meter lange Schießbahn wurde hauptsächlich für Übungen mit kleinkalibrigen Waffen genutzt. Nach Beendigung des Schießbetriebes entwickelte sich in dem kleine Kugelfang eine der größten Mückenfledermaus-wochenstuben in Niedersachsen. Jedes Jahr von April bis Augustnutzen die 600 bist 1000 Fledermausweibchen die Spalten zwischen der Außenmauer und der Innenverschalung aus Holz.

Der Teich
Der Teich entstand durch die Aushubarbeiten für die Schutzwälle der Schießbahn. Er wird ausschließlich durch Grundwasser und Niederschlag gespeist und ist abhängig vom Wasserstand 200–220 m lang und etwa 27 m breit. Rund um und im Teich lassen sich Populationen der Erdkröte sowie Grasfrösche, sowie vereinzelt auch Wasserfrösche entdecken. Auch einzelne Ringelnattern und Blindschleichen halten sich gerne dort auf.


Die Weidenhäuser
Seit April 2019 gibt es auf der alten Schießbahn ein großes Weidenhaus aus Knackweiden mit einer Größe von fünf Meter im Durchmesser sowie einer Höhe von 3,5 Metern als grünes Klassenzimmer. In der Nähe des Sees gibt es ein zweites, kleineres Weidenhaus.

Die große Schießbahn
Geprägt wird das Gelände durch die zwei ehemaligen Schießanlagen. Diese bestehen aus mit Wällen begrenzten Schießbahnen, an deren Ende sich jeweils ein Kugelfang (mit Holz verkleidete Betonmauern) befindet. Die große Schießbahn ist 300 Meter lang!
Die Streuobstwiese
Die Streuobstwiese wurde 2004 vom BUND e.V. angelegt und 2014 mit Hilfe von Ehrenamtlichen erneuert und erweitert. Gepflanzt wurden ausschließlich Hochstämme der Obstsorten Apfel, Birne, Kirsche, Pflaume und Pfirsich, und vorranging nur alte Sorten. Außerdem lassen sich auf der Obstwiese Steinhaufen für die Zauneidechse sowie zwei große Insektenhotels finden.

Der Scheibenbunker
Zu der großen Schießanlage gehört im Bereich des Kugelfanges eine Schießscheibenanlage. Dieser unterirdisch gelegene Zugang wurde 2019 mit geeigneten fachlichen Maßnahmen als Fledermauswinterquartier ausgebaut. Die Quartiere werden seit dem Sommer 2019 ehrenamtliche durch die Dipl. Biologin Ingelore Plate und die Fledermausbotschafterin Sabine Piper betreut.

Die Geschichte des Ortes

Um 1900
Das Gebiet Lange Heide/Einemhof ist vorranging eine offene Heidefläche mit einigen Heidemooren, durchsetzt mit vielen Sandwegen. Der angrenzende Wald um Einemhof besteht weitgehend aus einem Laubwald aus Eichen und anderen Harthölzern.
Um 1950
Das Gebiet hat sich durch die Anlage von Äckern und Wiesen, Aufforstung mit Nadelholz und die Trockenlegung von Mooren stark verändert. Es sind nur noch Reste der großen alten Heidefläche vorhanden. 1951 wird der Bundesgrenzschutz gegründet, damals gab es noch keine Bundeswehr und kein technisches Hilfswerk.


1962
Im Juni 1962 zieht die Technische Grenzschutzabteilung Nord, als Teil des Bundesgrenzschutzes von Niedersachsen, in die BGS-Unterkunft in Winsen ein. Die BGS-Schießanlage in Vierhöfen wird angelegt, eine 25 und 300 Meter lange Schießbahn mit Kugelfängen und Schutzwällen sowie ein Mannschaftsunterstand mit Toilettenanlage, ein Scheibenhaus und ein Kantinen-/Hausmeisterwohnhaus gebaut und gemeinsam durch die BGS-Abteilungen des Grenzschutzkommandos Nord, Winsen/ Luhe und Lüneburg, knapp 40 Jahre lang für ihre Schießübungen mit klein- und großkalibrigen Waffen genutzt.
Ab 1990
Schon vor, aber vor allem mit der Wiedervereinigung erfolgten einige Umstrukturierungen beim Bundesgrenzschutz. Das Grenzschutzkommando Nord wird zum 1. April 1992 aufgelöst, die Grenzschutzunterkunft in Winsen wird 1999 geschlossen, ebenso die BGS-Schießanlage und das angrenzende BGS-Ausbildungsgelände Vierhöfen. 2005 wird der BGS zur Bundespolizei.

1999

Im Dezember 1999 erwerben der BUND Landesverband Hamburg und die BUND Kreisgruppe Lüneburg die bundeseigene Liegenschaft des Bundesgrenzschutzes. BUND-Mitglieder*innen gründen den Verein „Ökologiezentrum im Landkreis Harburg e.V.“, um auf dem ehemaligen Schießplatz das Ökologiezentrum als „Bildungs-, Beratungs- und Dienstleistungszentrum“ einzurichten, das Gelände ökologisch zu entwickeln und es für Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung zu nutzen. Das Gelände wird von den Altlasten des Schießbetriebes bereinigt. Eine Streuobstwiese wird angelegt, ein Winterquartier für Fledermäuse gebaut und das Gelände fortlaufend weiterentwickelt.
2016
Das Gelände des Ökologiezentrums geht 2016 in den Besitz des BUND Landesverbandes Niedersachsen über und wird weiterhin ehrenamtlich durch den inzwischen umbenannten Verein „Ökologiezentrum im Radbrucher Forst e.V.“ betrieben.


2021
Eine Pandemie, ein großer Renovierungsstau und eine Überalterung des Vereins bremsen die Zukunft des Ökologiezentrums im Radbrucher Forst aus. Kira und Alex kaufen das Gelände vom BUND Landesverband Niedersachsen, setzen einen Kooperationsvertrag mit den BUND Regionalverband Elbe Heide auf und starten in Eigenleistung gemeinsam mit dem Verein die Kernsanierung der Häuser. Der Verein gewinnt einige jüngere Mitglieder dazu und arbeitet ein neues Konzept und neue Zukunftsaussichten aus.
2022
Das Ökologiezentrum erhält im Rahmen der Umstrukturierung einen neuen Namen „Das Naturerlebniswerk Vierhöfen“. Außerdem bekommt es eine LEADER Förderung für das neue Dach des Seminarhauses sowie für den Umbau des ehemaligen Damen WCs in ein barrierefreies WC. Die Gemeinde Vierhöfen und Samtgemeinde Salzhausen unterstützen das Projekt ebenfalls finanziell.

